Alte Schule: Bericht zur Veranstaltung der Bürgerinitiative am 22.6.

Die Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Wimmelbach zur Zukunft der Alten Schule am Montag, den 22.06.2026, stieß auf großes Interesse. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinderätinnen und Gemeinderäte verschiedener Parteien waren vor Ort, ebenso unser Vorstand Christoph Gerdes, der in diesem Beitrag seine Eindrücke schildert.

Besichtigung des Gebäudes

Während einer kurzen Besichtigung konnten sich die Besucherinnen und Besucher selbst ein Bild vom Zustand des Gebäudes machen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Keller. Auf den von der Gemeinde veröffentlichten Fotos ist dort ein erheblicher Schimmelbefall zu erkennen. Vor Ort zeigte sich jedoch ein differenzierteres Bild: Der Keller besteht aus einem vergleichsweise kleinen Raum. Abblätternder Putz, Verfärbungen an den Wänden und erhöhte Feuchtigkeitswerte sind sichtbar. Schwarzen Schimmel in größerem Ausmaß konnte man bei der Besichtigung allerdings nicht erkennen.

Bericht zur aktuellen Nutzung

Im Anschluss informierten Mitglieder der Bürgerinitiative über die aktuelle Nutzung des rund 400 Quadratmeter großen Gebäudes. Die Alte Schule dient heute unter anderem dem Kirchenchor als Probenraum und beherbergt dessen Instrumente und weiteres Equipment. Auch die Kirchenverwaltung und der VdK nutzen die Räumlichkeiten. Darüber hinaus befindet sich dort das Wahllokal für Wimmelbach. Zudem sind zwei Wohnungen vermietet, deren Mieteinnahmen nach Angaben der Bürgerinitiative zum Erhalt des Gebäudes beitragen.

Kritisch angesprochen wurde der Zustand der Wohnungen. Nach Angaben der Mieterinnen und Mieter sind die Fenster seit Jahren undicht, wodurch Feuchtigkeit in die Räume gelangt. Trotz wiederholter Hinweise seien die Mängel bislang nicht behoben worden. Vor diesem Hintergrund wurde auch Kritik an Gemeinderat und Verwaltung geäußert.

Kritik an erschwerter Meinungsbildung

Ein zentrales Thema des Abends war erneut das sogenannte „Gutachten“, auf das sich die Gemeinde seit Monaten beruft. Wie sich in der letzten Gemeinderatssitzung herausstellte, handelt es sich dabei nicht um ein Gutachten im eigentlichen Sinne, sondern um eine fachliche Begutachtung zur Bewertung des Gebäudezustands. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden bislang nicht veröffentlicht.

Viele Besucherinnen und Besucher äußerten deshalb Schwierigkeiten bei der Meinungsbildung. Aus ihrer Sicht fehlen weiterhin wichtige Informationen zum tatsächlichen Zustand des Gebäudes, zu möglichen Sanierungskosten, zu den Kosten eines Ersatzbaus, zum zeitlichen Ablauf einer möglichen Sanierung sowie zu den konkreten Nutzungs- und Finanzierungskonzepten für die Zukunft. Mehrfach wurde der Wunsch nach einer vollständigen Offenlegung aller relevanten Unterlagen geäußert.

Vorstellung für zukünftige Nutzung

Die Bürgerinitiative stellte außerdem ihre Vorstellungen für eine zukünftige Nutzung der Alten Schule vor. Hierzu waren in der vergangenen Woche verschiedene Vereine eingeladen worden. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen. Genannt wurden unter anderem Chorproben, musikalische Früherziehung, Vereinssitzungen, Stammtische, Seniorencafés, Ministrantentreffs, die Vorbereitung von Osterbrunnen und Prozessionen sowie kleinere Feiern und Veranstaltungen. Für viele Bürgerinnen und Bürger spielt dabei nicht nur die praktische Nutzung eine Rolle. Auch das Ortsbild, die Identität des Dorfes und der Erhalt gemeindlichen Eigentums wurden als wichtige Argumente genannt.

Mit dem Bürgerbegehren möchte die Bürgerinitiative verhindern, dass die Alte Schule an einen privaten Investor verkauft wird. Nach ihrer Einschätzung wäre das Gebäude damit unwiederbringlich verloren und würde einem Neubau weichen.

Als Alternative hat die Gemeinde den Bürgerinnen und Bürgern einen Neubau mit etwa 75 Quadratmetern Nutzfläche sowie weiteren 25 Quadratmetern für sanitäre Anlagen in Aussicht gestellt. Aus Sicht vieler Teilnehmer reicht dies jedoch nicht aus, um die bisherigen und zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten angemessen abzubilden. Insbesondere für den Kirchenchor und andere Vereine würden wichtige Lager- und Nutzflächen entfallen.

Diskussion um Investoren

Auch die Investorenfrage wurde diskutiert. Nach Angaben aus der Versammlung steht der ursprünglich vorgesehene Investor offenbar nicht mehr zur Verfügung. Ob und unter welchen Bedingungen ein neuer Investor gefunden werden kann, sei derzeit unklar. Mehrere Bürgerinnen und Bürger äußerten Zweifel, ob zugesagte Ersatzlösungen langfristig ausreichend abgesichert wären. Fragen nach der rechtlichen Verbindlichkeit von Zusagen, möglichen Eigentümerwechseln oder wirtschaftlichen Risiken wurden ebenfalls angesprochen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass es möglicherweise auch Investoren geben könnte, die das bestehende Gebäude erhalten würden.

Von Seiten der Bürgerinitiative wurde außerdem darauf verwiesen, dass die Alte Schule weiterhin im Förderplan der Gemeinde enthalten sei. Für einige Besucher stellte sich daher die Frage, warum bei diesem Gebäude ein Verkauf in Betracht gezogen werde, während bei anderen gemeindlichen Immobilien deutlich stärker auf Erhalt und Weiterentwicklung gesetzt werde.

Wunsch nach mehr Transparenz

Stein des Anstoßes bleiben damit die fehlenden Informationen aus der fachlichen Begutachtung. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie sie beim Bürgerentscheid eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen sollen, wenn wesentliche Grundlagen nicht öffentlich zugänglich sind.

Bereits im vergangenen Jahr (Anm.: Zeitangabe korrigiert am 25.6.26) hatte die Gemeinde die Wimmelbacher Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung eingeladen und dabei verschiedene Überlegungen und mögliche Szenarien für die Zukunft der Alten Schule vorgestellt. Seitdem sind jedoch nur wenige neue Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. Vor diesem Hintergrund stellen sich viele Bürgerinnen und Bürger die Frage, inwieweit damalige Zusagen heute überhaupt noch Bestand haben und rechtlich verbindlich abgesichert sind.

Fairerweise bleibt festzuhalten, dass bislang weder ein Verkauf der Alten Schule noch ein konkreter Ersatzbau im Gemeinderat beschlossen wurden. Derzeit befinden sich verschiedene Ideen und Planungsansätze im Raum, über die in den Sitzungen gesprochen wurde.

Die Diskussion um die Zukunft der Alten Schule zeigt damit vor allem eines: Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Transparenz und eine vollständige Offenlegung aller entscheidungsrelevanten Informationen, um sich vor dem Bürgerentscheid bzw. Ratsbegehren ein fundiertes Urteil bilden zu können.

Nächste Veranstaltung

Hinweis: Bereits heute, Dienstag, den 23.06.2026, findet um 19:00 Uhr eine Informationsveranstaltung des Bürgerforums Wimmelbach im DJK-Sportheim Wimmelbach statt. Dort sollen weitere Informationen und Sichtweisen zur Zukunft der Alten Schule vorgestellt und diskutiert werden.