Ganz oder gar nicht!? Abstimmung zum Grünen Band Heroldsbach

Letzten Mittwoch, am 24. Juni 2026, fand unsere zweite Gemeinderatssitzung in Heroldsbach statt. Hier sollte der Gemeinderat unter anderem darüber abstimmen, ob das Projekt „Grünes Band“ umgesetzt werden soll oder nicht. Aufgrund vieler offener Fragen, fehlender Beteiligung im Planungsprozess und fraglicher Unterstützung der Anwohner haben wir beantragt, die Entscheidung zu vertagen. Der Antrag wurde vom Gemeinderat mit einer Mehrheit der Stimmen angenommen. Das ist kein klares JA oder NEIN für das Projekt, aber ein klares JA für mehr Beteiligung an derartigen Projekten.

Da wir in der Gemeinderatssitzung erfahren haben, dass die Pläne bisher nicht mit Anwohnern, Naturschutzverbänden und Vereinen diskutiert wurden, wollen wir uns mit der Gesamtplanung intensiver beschäftigen und Möglichkeiten schaffen, um die Bürger einzubeziehen.

Der Name „GRÜNES BAND“

Leider wird der Begriff „Grünes Band Heroldsbach“ für das Projekt bereits seit dem Kommunalwahlkampf im März 2020 verwendet.
Hinter dem markenrechtlich geschützten Begriff „DAS GRÜNE BAND“ bzw. „GRÜNES BAND“ steht eigentlich ein Naturschutzprojekt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Direkt nach unserem Hinweis zu der unglücklichen Bezeichnung wurde nun auch aufgenommen, dass ein passender Name für das Projekt gefunden werden soll.

Im Folgenden werden wir den Begriff auch öfter verwenden – meinen damit aber natürlich das geplante Naherholungsgebiet in Heroldsbach.

Rückblick

In der letzten Gemeinderatssitzung im Juni 2026 wurde das Gesamtprojekt dem „neuen“ Gemeinderat präsentiert. Darin auch eine Kostenschätzung sowie Förderzusagen verschiedener Träger von über 80 % der Kosten. Diese Förderungen müssen jedoch bis Oktober 2026 beantragt werden.

Bereits 2018 wurde im Rahmen der Erstellung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (kurz ISEK) eine Entwicklungsstrategie entwickelt und wird als „interkommunaler Zukunfts- und Förderrahmen für Heroldsbach und Hausen“ gesehen. Dort wird unter anderem die Erschließung von zentralen Orten in der Dorfmitte als Maßnahmen vorgeschlagen.

Spätestens mit dem Kommunalwahlkampf 2020 wurde die Idee der Erschließung der Weiherkette als Naherholungsgebiet thematisiert. Im Jahr 2023 gab es eine öffentliche Mitteilung, die insbesondere darauf eingeht, dass die Planungen einer Badestelle eingestellt werden.

Bei Bürgerversammlungen 2025 wurde dann über den Planungsstand zur Nutzung des Kupfergeländes informiert. Dieser Bereich grenzt direkt an den Spielplatz hinter dem Rathaus an.

Im März 2026 wurde erstmals das Gesamtprojekt im Gemeinderat vorgestellt, inklusive der zu erwartenden Kosten sowie der gesamten Ausdehnung über die Hornecksweiher bis zu den Kübelohweihern hinaus.

Im Mai 2026 wurde der neue Gemeinderat mit sieben neuen Rät:innen vereidigt.

Im Juni 2026 wurde das ehemalige Kupfergelände dann mit Parkplatz und Bocciabahn eingeweiht und markiert damit den ersten Teilabschnitt des „Grünen Bands“.

Ganz oder gar nicht

Aufgrund der knappen verbleibenden Zeit bis zur Beantragung der Förderungen wurden nach der Vorstellung des Projekts dem Gemeinderat zur Entscheidung zwei Optionen vorgelegt: die Zustimmung zum Gesamtprojekt mit allen vorgestellten Bestandteilen oder die Ablehnung und Beendigung des Projekts.

Die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung haben bereits viel Zeit und Ideen in die Planung gesteckt, gerade die Abstimmung mit anderen Behörden und Fördermittelgebern war sicherlich aufwändig.

Eine Ablehnung des Gesamtprojekts ohne vorherige Diskussion kam für uns schon alleine deshalb nicht infrage. Auch inhaltlich bietet der Vorschlag der Umgestaltung sicherlich einige sehr positive Aspekte. Orte zu schaffen, die verbinden, Natur erlebbar zu machen und Jung wie Alt für „unsere Perlenkette“ zu begeistern, sind sehr erstrebenswerte Ziele.

Bei der Diskussion wurde der Gemeinderat darauf hingewiesen, dass die kalkulierten Fördersummen nur abgerufen werden können, wenn alle Elemente der Planungsskizze umgesetzt werden. Es sei zum Beispiel denkbar, die genaue Platzierung oder Ausgestaltung eines geplanten Gebäudes anzupassen. Es sei aber nicht möglich, es ganz wegzulassen. Auch das geplante Wegenetz könne nicht verkleinert werden.

Teilhabe der Bevölkerung

Uns ist bei unserer Arbeit im Gemeinderat ganz besonders wichtig, die Bürger der Gemeinde zu vertreten und im Sinne der Menschen zu entscheiden, die hier wohnen, leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen.

Es ist uns wichtig zu verstehen, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen auf die Bürger:innen und die Natur unserer Gemeinde haben.

Da wir in der Gemeinderatssitzung erfahren haben, dass die Pläne bisher nicht mit Anwohnern, Naturschutzverbänden und Vereinen diskutiert wurden, wollen wir uns mit der Gesamtplanung intensiver beschäftigen und Möglichkeiten schaffen, um die Bürger einzubeziehen.

Sehr aktuell können wir die Folgen von fehlender Beteiligung und Intransparenz bei den Entscheidungen rund um die alte Schule in Wimmelbach bei unserer Nachbargemeinde Hausen beobachten. Es ist uns sehr daran gelegen, dass wir in Heroldsbach aus solchen Themen lernen und mit einem guten Beispiel vorangehen.

Schließlich entscheiden wir im Gemeinderat über eine Summe von rund 1,4 Millionen Euro öffentlicher Gelder.

Inhaltliche Betrachtung des Naherholungsgebiets

An dieser Stelle können und wollen wir nicht vorgreifen und eine inhaltlich abschließende Bewertung der Planungen abgeben. Einige Eckpunkte der Diskussionen wurden bereits in einem Artikel der NN aufgegriffen.

Uns ist jedoch wichtig, dass wir uns alle benötigte Zeit nehmen, die Fragen und Anregungen zu verstehen und zu diskutieren.

Nochmals einen herzlichen Dank an die gute Vor- und Aufbereitung durch die Mitarbeitenden der Verwaltung. Wir wünschen uns, dass die in der Sitzung gezeigten Unterlagen für alle Bürger:innen online zur Verfügung gestellt werden.

Wie es jetzt weitergeht

Mit der Vertagung der Entscheidung haben wir nun Zeit gewonnen, um uns intensiv inhaltlich mit den Plänen auseinanderzusetzen und auch die Bevölkerung einzubeziehen.

Wir würden uns sehr über Kommentare, Nachfragen und Diskussionen freuen.