Bei Informationsveranstaltungen des Bürgerforums Wimmelbach am 24.06.2026 in Wimmelbach und am 07.07.2026 in Hausen stellte der Wimmelbacher Sebastian Trautner seine Vorstellungen zur zukünftigen Nutzung der Alten Schule vor. Die Veranstaltungen wurden von Bürgermeister Dieter Gößwein geleitet. Die Resonanz fiel unterschiedlich aus: In Wimmelbach nahmen rund 50 Interessierte teil, in Hausen lediglich etwa 14 Personen, darunter vier Gemeinderatsmitglieder.
Zusammenfassung
• Investor Sebastian Trautner stellte sein Konzept für die Alte Schule Wimmelbach vor.
• Geplant sind ein Neubau mit Tagespflege, barrierefreien Seniorenwohnungen sowie Räumen für Vereine und Bürgertreffen.
• Als Gründe für einen Abriss nennt er den schlechten baulichen Zustand und die fehlende Barrierefreiheit des Bestandsgebäudes.
• Das Ziel, altersgerechtes Wohnen und Pflegeangebote vor Ort zu schaffen, wurde grundsätzlich positiv aufgenommen.
• Diskutiert wurden insbesondere die Praktikabilität der Mehrfachnutzung von Räumen, die Finanzierung, mögliche Betreiber sowie die Vereinbarkeit mit Bürger- und Ratsbegehren.
• Viele zentrale Fragen sind noch ungeklärt, weshalb sich das Projekt derzeit in einem frühen Entwicklungsstadium befindet.
Vorstellung des Konzepts
Der 39-jährige Trautner, der in Wimmelbach aufgewachsen ist und dort mit seiner Familie lebt, betonte zu Beginn seine enge Verbundenheit zum Ort. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert er sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr und weiteren Vereinen. Sein Leitgedanke lautet: „Gemeinschaftliches Wir“.
Kern seines Konzepts ist der Abriss des bestehenden Gebäudes und die Errichtung eines vierstöckigen Neubaus. Vorgesehen sind eine Tagespflegeeinrichtung im Erdgeschoss, barrierefreie Seniorenwohnungen in den oberen Stockwerken sowie ein Aufenthaltsraum, der außerhalb der Betriebszeiten Vereinen, Gruppen und Initiativen zur Verfügung stehen soll. Als mögliche Betreiber der Tagespflege nannte Trautner unter anderem die Caritas oder das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Das Projekt würde er als alleiniger Eigentümer verwirklichen.Nach seiner Einschätzung sprechen der erhebliche Sanierungsbedarf des Gebäudes, veraltete technische Einrichtungen, Defizite beim Brandschutz, mangelnde Barrierefreiheit sowie die geringe Energieeffizienz gegen eine Sanierung und für einen Neubau.
Diskussion um offene Fragen
Grundsätzlich wurde das Ziel, altersgerechtes Wohnen und eine bessere Versorgung älterer Menschen vor Ort zu schaffen, von vielen Anwesenden positiv bewertet. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Diskussion zahlreiche Fragen und Bedenken geäußert. So wurde darauf hingewiesen, dass der Betrieb einer Tagespflegeeinrichtung besondere gesetzliche und organisatorische Anforderungen mit sich bringt. Mehrere Teilnehmer äußerten Zweifel, ob die vorgesehene Mehrfachnutzung der Gemeinschaftsräume durch Tagespflege, Vereine und andere Gruppen dauerhaft praktikabel sei.
Weitere Nachfragen betrafen die Finanzierung und Wirtschaftlichkeit des Projekts. Zu Baukosten, Betreiberkonzept und langfristiger Absicherung der Vereins- und Bürgerräume lagen bislang keine konkreten Angaben vor.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Vereinbarkeit des vorgestellten Konzepts mit dem laufenden Bürgerbegehren und dem Ratsbegehren. Mehrere Bürgerinnen und Bürger wiesen darauf hin, dass die Ziele der beiden Verfahren derzeit nur schwer mit dem vorgestellten Neubaukonzept in Einklang zu bringen seien.
Die Veranstaltungen machten deutlich, dass die Idee einer Tagespflegeeinrichtung und von altersgerechtem Wohnen grundsätzlich auf Interesse stößt. Zugleich befindet sich das Projekt noch in einem frühen Planungsstadium. Wesentliche Fragen zur Nutzung, Finanzierung, Umsetzung und rechtlichen Einordnung sind weiterhin offen. Die Diskussion zeigte zudem, wie groß das Interesse der Bevölkerung an der Zukunft der Alten Schule ist und wie wichtig ein transparenter Dialog für die weitere Entwicklung des Projekts bleibt.